Unter dem Namen „Moxy Hotel“, betreibt der Marriott Konzern stylische Häuser, die im Prinzip Jugendherbergen mit einer schicken Bar sind. In Bremen hat im Stadtteil „Überseestadt“ ein neues Moxy Hotel eröffnet. Die Überseestadt ist ein großes Entwicklungsprojekt der Stadt Bremen, die auf ehemaligen Industrieflächen Wohnraum und Gewerbeflächen schaffen. In diesem Stadtteil ist nahezu alles neu und modern. Diese urbanen Stadtteile haben allerdings auch den Nachteil, dass sie sich viele Jahre in der Bauphase befinden und dort eine Menge Unruhe herrscht. So kannte mein Navigationssystem, dass immerhin über online Updates verfügt, dass Maxi Hotel in Bremen noch nicht. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist durch eine S-Bahn Verbindung gut möglich, die Anreise mit dem Auto ebenfalls unproblematisch. Mein Empfang im Moxy Bremen ist genauso, wie ich es erwartet habe: Natürlich werde ich geduzt, ohne danach gefragt zu werden, der Check-in geht relativ zügig und freundlich, bis das Computersystem sich im Zahlungsvorgang aufhängt. Glücklicherweise habe ich ausreichend Bargeld dabei, um das Zimmer für die Nacht in bar zu bezahlen. In diesem Moxy Hotel gibt es keine verschiedenen Zimmerkategorien, die sich durch Ausstattungsmerkmale differenzieren, sondern ausschließlich über die Größe und die Anzahl der möglichen Übernachtungsgäste. So ist ein Upgrade als Marriott- Bonvoy Mitglied natürlich nicht möglich.
Die Zimmer sind relativ klein, wobei es nicht an Fläche fehlt. Sie sind halt, wie bei einem Neubau zu erwarten, perfekt durchoptimiert. Kein Millimeter ist verschenkt.
Optisch auffällig ist die Gestaltung eines Wandregals, dass den Schrank ersetzt. Wie bei früheren Ikea Regalen, hängt im Prinzip ein Gitternetz an der Wand, an dem diverse Utensilien aufgehängt werden können. Das spart Platz und gib dem Raum ein wenig Wärme, da sonstige Dekorationsgegenstände vollständig fehlen. Es gibt keine Bilder, keine Vasen oder besonders schicke Lampen. Das große Kingsizebett sieht äußerst gemütlich aus und ist für ein Hotel dieser Preisklasse schön hergerichtet. Ein Wasserkocher zur Zubereitung von Kaffee oder Tee fehlt leider vollständig. Dies ist in der Regel ein Grund für mich, nicht in einem Hotel zu übernachten. Da ich aber mittlerweile ein alter Hase bin, habe ich einen Wasserkocher im Auto, den ich zur Not nutzen kann. Tatsächlich ist mir mein morgendlicher Kaffee vor dem Duschen sehr wichtig. Das Hotels dieser Preisklasse aber nicht auf jeden Tick von jedem Gast eingehen können, versteht sich von selber. Das Badezimmer ist schlicht gehalten, aber wirklich schick. Die Farbabstimmung ist schön, die schwarzen Armaturen geben dem ganzen einen besonderen Touch und die bodentiefe Dusche ist wirklich gut gemacht. Leider fehlt eine Regenschauer- Dusche und es gibt Pflegeprodukte nur aus Großspendern, die ich aus ökologischer Sicht gut, aus hygienischer Sicht, weniger gut finde. Der Reinigungszustand des Zimmers und des Badezimmers ist völlig in Ordnung.
Das Haus verfügt über einen Fitnessbereich, der alle Geräte beinhaltet, die man für ein kleines Training benötigt. Das Frühstück ist, wie in anderen Moxy Hotels auch, etwas außergewöhnlich, da sich das Buffet in einer Art Regal befindet, so dass das Frühstücken etwas Supermarkt- Charakter bekommt. Die angebotenen Speisen sind von normaler Qualität, die Auswahl ist nicht besonders groß.
Mein Fazit: Eine Übernachtung im Moxy Bremen gibt es derzeit ab etwa 75 € pro Nacht ohne Frühstück. Das Parken ist mit 12 € pro Nacht wirklich günstig für eine Großstadt. Der Service ist mittelmäßig und damit passend zum Preis. Die Reinigungsleistung im Hotel ist gut und die Bar ist wirklich schick.