Traumhafter Blick und rauchende Wasserkocher

Etwas außerhalb des Zentrums von Bremen liegt das Innside by Melia Hotel. In der Regel befinden sich die Innside- Hotels sehr zentral und haben einen ausgeprägten urbanen und jungen Charakter. Das Innside in Bremen befindet sich gut 4 km entfernt von der Innenstadt und befindet sich daher nicht in der typischen „Melia- Lage“. Mit dem Auto ist das Hotel problemfrei zu erreichen, es verfügt über einen großen Außenparkplatz, mit der Bahn ist die Erreichbarkeit nicht ganz so gut.

Das Hotel befindet sich zwischen einem großen Freizeitzentrum mit Kino und Shopping Mall und der Weser. Meine Begrüßung im Hotel ist nicht ganz so legere wie sonst häufiger in Melia Hotels, sie ist tatsächlich sehr routiniert und nicht besonders herzlich. Als Mitglied vom Treueprogramm Melia Rewards frage ich mich immer wieder, wozu dieses Programm bei Melia eigentlich dient.

Ich stelle fest, dass ich kaum Vorteile wahrnehmen kann, die man durch die Mitgliedschaft in diesem Programm erhält. Hier sind die Programme anderer Hotelketten deutlich „spürbarer“.

Die Lobby, die auch die Bar beinhaltet, ist schön gestaltet, allerdings nicht so stylisch und modern, wie in vielen anderen Innside Hotels.

Nachdem ich meine Zimmerkarte erhalten habe und mich auf den Weg zu meinem Zimmer mache, fällt mir ein schönes Detail auf: Die Fahrstühle, die sich in einem Fahrstuhl Schach befinden, sind aus Glas. Der Fahrschulschacht ist von innen mit fluoreszendierender Farbe gestrichen, sodass die Fahrt in die oberen Etagen, ein wenig wie ein Flug durch das Weltall wirkt.

Vor meinem Zimmer angekommen stelle ich fest, dass meine Zimmerkarte nicht funktioniert. Beim Einchecken war bereits ein anderer Gast da, der dieses Problem moniert hatte. Ich mache mich also samt Gepäck wieder auf den Rückweg zur Rezeption und bitte um eine Ersatzkarte, die ich dann auch erhalte. Nach dem zweiten Anlauf funktioniert ist: Ich kann meine Zimmertür öffnen und stecke meine Zimmerkarte in den dafür vorgesehenen Schlitz, der den Strom im Zimmer aktiviert. Ich beginne damit, Fotos von dem Zimmer zu machen und mir einen ersten Eindruck über die Sauberkeit zu verschaffen, als ich einen beißenden Geruch in der Nase feststelle. Ich schaue mich im Zimmer um und sehe, dass weis-brauner Rauch aus meinem Wasserkocher emporsteigt.

Gemäß den Regeln des Alarmplans, rufe ich erst an der Rezeption an und Teile mit, dass mein Wasserkocher brennt.

Die Rezeptionistin bietet mir an, mir einen neuen Wasserkocher zu bringen und da ich das Gefühl habe, dass sie die Lage nicht versteht, lege ich den Hörer auf.

Ich schalte den Strom wieder ab und entferne den Stecker des Wasserkochers und reiße alle Fenster auf. Nach einigen Minuten klopftes an meiner Tür. Vor mir steht nicht die Feuerwehr oder eine besonders besorgte Mitarbeiterin, sondern eine Hotelmitarbeiterin mit einem neuen Wasserkocher in der Hand.

Ich bitte darum ein neues Zimmer zu erhalten, da das verbrannte Plastik vermutlich nicht besonders gesundheitsfördernd ist. Die Mitarbeiterin verschwindet wieder und erscheint nach etwa fünf Minuten mit einer neuen Zimmerkarte für das Nachbarzimmer. Dieses ist leider schon etwas älter, so sieht zumindest das Bad und die Einrichtung aus.

Die Schwierigkeit in dieser Situation sind die verschiedenen Ansichten, die Kunde und Hotel haben.  Das Hotel beklagt einen defekten Wasserkocher und hat vermutlich nicht auf dem Schirm, dass die Situation mit dem Wasserkocher zu einem Anrücken der Feuerwehr hätte führen können. Und Feueralarm im Hotel ist echt schwierig: Alle Gäste müssen das Haus verlassen, bis die Feuerwehr es wieder freigibt.

Vielleicht ärgert man sich auch darüber, dass man nun ein zweites Zimmer beziehen muss und entsprechend mehr Reinigungsarbeiten fällig werden.

Aussicht des Kunden ist die Lage etwas anderes: Das Hotel scheint seine Elektrogeräte nicht so intensiv zu prüfen, dass solche Vorfälle ausgeschlossen werden können. Nur durch das eigene Handeln ist ein Brand verhindert worden. Und nun erhält man zum Dank auch noch ein schlechteres Zimmer. So einfach entsteht Unzufriedenheit durch verschiedene Sichten auf die Dinge.

Das Zimmer selber ist sehr groß und verfügt über ein Kingsize Bett, einen Sessel, ein Arbeitsplatz und ausreichend Ablagemöglichkeiten. Die Minibar ist leider nicht gefüllt, auch Wasser muss an der Rezeption separat erworben werden. Das Badezimmer entspricht nicht mehr der heutigen Zeit, ist aber technisch in Ordnung. Grossspender, die ökologisch sinnvoll sein mögen, empfinde ich aus hygienischen Gründen als nicht so angenehm. Insgesamt ist die Reinigungsleistung im Zimmer gut. Aus dem Zimmer hat man einen schönen Blick auf die Weser, den ich auch am Abend noch geniesse. Das Frühstück am kommenden Morgen ist sehr ordentlich. Die Auswahl und die Qualität der angebotenen Speisen ist ordentlich. Ich bekomme ein frisches Omlette, es gibt Pfannekuchen und Bierchermüsli.

Das Haus verfügt über einen Spa-Bereich und einen kleinen Fitnessraum, der über drei Cardiogeräte verfügt.

Der Checkout verläuft sehr freundlich und professionell, leider werde ich nicht gefragt, ob ich mit meinem Aufenthalt zufrieden war.

Diese einfache Möglichkeit, eventuell vorhandenen Frust an der Rezeption noch umkehren zu können, wird leider nicht genutzt.

Fazit: Das Innside by Melia Bremen liegt etwas außerhalb der Stadt. Eine Übernachtung gibt es ab etwa 80 € pro Nacht. Die Zimmer sind großzügig und ordentlich gereinigt.

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