Wenn der Fitness- Bereich die Beziehung belastet

Mitten in der Innenstadt von Dortmund befindet sich das NH Hotel Dortmund City. Das Hotel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund der direkten Nähe zum Dortmunder Hauptbahnhof hervorragend zu erreichen. Die Anreise mit dem Auto ist ebenfalls unproblematisch, das Haus verfügt über eine ausreichend große Tiefgarage. Meine Anreise mit dem Auto zum Hotel und der anschließend Aufenthalt war geprägt von einer besonderen Geschichte: Ich wollte unbedingt am Tag nach meiner Anreise im Hotel noch auf das Laufband gehen, da das Training ziemlich dringend nötig war und ich an diesem Tag keine andere Gelegenheit mehr dazu haben würde. So rief ich von unterwegs im Hotel an, um mich nochmals zu versichern, dass der Fitnessbereich geöffnet sei, damit ich nach dem Aufstehen aufs Laufband gehen kann. Die Dame am Telefon teilte mir mit, dass der Fitnessbereich derzeit morgens nicht geöffnet sei, aber ich auf Nachfrage an der Rezeption natürlich jederzeit den Bereich betreten könne. Bei meinem Check-in im Hotel lief eigentlich alles problemlos. Ich habe zwar schon freundlichere und herzlichere Check-Ins erlebt, aber es war erst einmal alles in bester Ordnung. Als ich nach dem Check-In nachfragte, wie ich morgens in den Fitnessbereich kommen könnte, teilte mir der Rezeptionsmitarbeiter mit, dass der Fitnessbereich morgens geschlossen sei und es keine Möglichkeit gäbe. Ich protestierte kurz und der Mitarbeiter der Rezeption rief eine Kollegin an, die mir dann mitteilte, dass dies ausnahmsweise möglich sei. Beruhigt begab ich mich auf den Weg in mein Zimmer, die Geschichte über den Fitnessbereich setzte sich erst am nächsten Morgen fort.

Trotz langjähriger Hotel Erfahrungen und vielem benutzten Aufzügen, war ich nicht in der Lage meine Zimmerkarte so in den in den Schlitz des Kartenlesers zu stecken, dass der Aufzug mich in die gewünschte Etage befördert. Ich musste also noch mal zur Rezeption gehen und dann schaffte es der Mitarbeiter der Rezeption mit einem gekonnten Griff den Aufzug dazu zu bewegen, in die richtige Richtung zu fahren. Ein wenig Sorgen machte ich mir aber den nächsten Morgen, man kann ja nicht zu jeder Aufzugsfahrt das Hotelpersonal bemühen.

Um in den Genuss eines morgendlichen Kaffees zu kommen, hatte ich mir eine Junior Suite gebucht, da nur in dieser Zimmerkategorie Kaffeemaschinen auf den Zimmern vorhanden sind.

Beim Betreten meines Zimmers freue ich mich über die großzügige Raumgestaltung. Wie in vielen anderen NH-Hotels gibt es einen drehbaren Fernseher, der sowohl vom Schlaf- als auch vom Wohnbereich, den Blick auf ein Gerät ermöglicht. Eine kluge Idee, die ich wirklich als gelungen empfinde. Die Designsprache in NH Hotels ist häufig trotz des Holzbodens ein wenig kühl. Das Zimmer wirkt modern eingerichtet und weist keine besonders starken Abnutzungserscheinungen auf. Lediglich auf dem Holzboden sind die Spuren andere Hotelgäste noch gut zu erkennen. An bestimmten Bauelementen, wie zum Beispiel dem Aufzug, aber auch den Fenstern, kann man hier doch sehen, dass Renovierung und Sanierung nicht das gleiche sind.

Auch im Badezimmer fiel mir auf, dass ein Teil des Raumes neu gefliest wurde und ein anderer Teil nicht. Dies sorgt hier für eine wirklich skurrile Optik. Ich vermute, viele Innenarchitekten und Einrichtungsberater würden dies sogar als Todsünde bezeichnen.

Das Zimmer bietet einen großen Arbeitsbereich, eine Sitzecke und ein schönes, großes Kingsize-Bett. Kaffeemaschine und ein Wasserkocher sind ebenfalls vorhanden. Leider sagen mir die vorhandenen Pflegeprodukte nicht so zu, dies ist aber natürlich verschmerzbar und eine subjektive Wahrnehmung. Die eigentliche Freude in diesem Haus beginnt am nächsten Morgen, nachdem ich, gut gestärkt mit zwei Tassen Kaffee, in Sportklamotten bereit bin, um das Laufband zu besteigen. Zuerst rufe ich an der Rezeption an, um mitzuteilen, dass ich jetzt gerne in den Fitnessbereich gehen würde und das Licht bitte eingeschaltet werden soll. Die Dame an der Rezeption teilt mir mit, dass der Fitnessbereich geschlossen sei. Ein kurzes, aber heftiges Wortgefecht führt dann dazu, dass die Dame das Licht im Fitnessbereich einschaltet. Ich begebe mich mit dem Aufzug, den ich an diesem Morgen störungsfrei bedienen kann, in das höchste Stockwerk, um den Fitnessbereich zu betreten. Leider funktioniert meine Schlüsselkarte dort nicht. Ich habe glücklicherweise mein Handy dabei und rufe erneut an der Rezeption an. Ich teile mit, dass ich vor dem Fitnessbereich stehe und meine Karte nicht funktioniert. Diesmal ist eine andere Kollegin am Telefon, die mir mitteilt, dass der Fitnessbereich geschlossen sei. Nach einem erneuten kurzen Wortgefecht schickt mir die Dame am Telefon einen Kollegen, der mir den Fitnessbereich öffnet. Nach wenigen Minuten ist der Mitarbeiter auch vor Ort. Noch genervt von dem schwierigen Weg bis hier, gehe ich voller Vorfreude durch den Umkleidebereich und freue mich, dass ich nun endlich mit meinem Training beginnen kann.

Als ich den Fitnessbereich betrete, bin ich seit vielen Jahren das erste Mal wieder völlig sprachlos:

12 Quadratmeter, Fliesen aus den 80er Jahren und auf der rechten Seite eine Hantelregal mit etwa 20 Hanteln. Kein Fahrrad, kein Ergometer, kein Laufband. Das ist kein Fitnessbereich, das ist eine Abstellkammer, in der Hanteln stehen.

Ich stehe einige Minuten in dem Raum, weil ich nicht glauben kann, dass das, was ich sehe, real ist. Mein Tag ist gelaufen, ich begebe mich auf mein Zimmer steige unter die Dusche und mache mich auf dem Weg zum Frühstück.

Ich kenne das Frühstück bei NH nur aus Hotels der NH Collection, die etwas oberhalb der „normalen“ NH Hotels angesiedelt sind. Das Frühstück, das im NH Dortmund serviert wird, erinnert sehr an ein Mercure- Frühstück. Nichts ist wirklich falsch, aber etwas richtiges kann ich auch nicht finden. Natürlich ist die Auswahl größer als bei einem Frühstück zu Hause, die Qualität der angebotenen Speisen, die Präsentation und auch die Auswahl sind aber für den Preis einfach zu wenig. Viele andere Hotelketten, die ein Frühstück günstiger anbieten, machen das deutlich besser. Ich versuche einige Male zu der einzigen Mitarbeiterin, die sich zwischendurch im Frühstücksbereich blicken lässt, Kontakt aufzunehmen, um zumindest einmal nach einem Omelett zu fragen. Es gelingt mir nicht und so trete ich das erste Mal mit ihr in Kontakt, als ich aufstehe, weil ich mein Frühstück beendet habe. Sie möchte auch nicht mehr von mir, als meine Zimmernummer wissen. Ich hatte mir nach den Bewertungen im Internet deutlich mehr von dem Haus erhofft und checke etwas frustriert aus. Leider werde ich auch nicht gefragt ob mit meinem Aufenthalt alles in Ordnung war. Vermutlich mache ich bereits ein so an genervtes Gesicht, dass sich die Mitarbeiterin an der Rezeption der Diskussionen einfach nicht stellen will.

Mein Fazit: Das NH Hotel in Dortmund ist in weiten Teilen ein schön eingerichtetes Hotel, dass an vielen Stellen sein wahres Alter aber nicht verbergen kann. Das Frühstück ist mittelmäßig, die Abstimmung unter den Mitarbeitern verbesserungsfähig. Eine Übernachtung gibt es ab etwa 80 €. Für die Sport- Interessierten muss ich ergänzen, dass der Fitnessbereich ein Witz ist.

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