Man sagt ja, dass Hamburg, Berlin und München immer eine Reise wert seien. Für Wolfsburg gilt das in der Form nicht. Die Stadt ist nicht unbedingt als die schönste in Deutschland bekannt, hat aber als Hauptsitz des VW-Konzerns und der angrenzenden Lieferindustrie eine gewisse Bedeutung. Das Übernachtungsangebot in Wolfsburg ist überschaubar, insbesondere die großen Hotelketten sind hier kaum vertreten. Melia hat zwei Häuser in der Stadt und die Marriott Bonvoy Kette ebenfalls. Ich habe bei meinem Aufenthalt in Wolfsburg im Courtyard by Marriott übernachtet. Das war mein etwa 20. Aufenthalt in dieser Stadt und dieser Aufenthalt hat meine Sicht auf Wolfsburg tatsächlich verändert. Wenn ich vor meiner Übernachtung im Courtyard gefragt wurde, ob es schöne Ecken in Wolfsburg gibt, die einen Besuch der Stadt lohnenswert machen, wäre mir nichts eingefallen. Die Innenstadt von Wolfsburg ist nicht besonders ansehnlich und bis auf das VW-Werk gibt es auch keine großen Sehenswürdigkeiten. Das Courtyard by Marriott Wolfsburg liegt allerdings direkt an einem See, der sich hinter dem Stadion des VfL Wolfsburgs befindet. Und hier ist auf einmal alles anders: Das Hotel ist schön gebaut, der See mit seinen kleinen aber feinen Sandstränden und Bootsanleger verspricht ein wenig Urlaubsfeeling, in weniger als 1000 Meter Entfernung zu einer der größten Industrieanlagen Deutschlands. Das Hotel verfügt über eine Tiefgarage, bietet aber auch Außenparkplätze an. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist wohl nicht ganz so einfach. Das Haus ist relativ neu und daher auch von außen noch hübsch anzusehen. Die Lobby ist modern und freundlich eingerichtet. Sitzecken bieten die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und dann doch nicht alleine auf dem Zimmer sitzen zu müssen. Eine große Bar in der Mitte der Fläche bietet am Abend Cocktails aller Art an, die auch auf der Terrasse der Seeseite genossen werden können. Mein Check-In war kurz, aber sehr freundlich. Die Gegebenheiten des Hotels wurden mir freundlich erklärt. Das von mir gebuchte Zimmer macht schon auf den ersten Blick einen hervorragenden Eindruck: Durch bodentiefe Fenster kann ich direkt auf den See schauen. Ich genieße ja solche Ausblicke sehr: Sich am Abend nach einem Arbeitstag noch einmal hin zu setzen und dabei aufs Wasser zu schauen, empfinde ich als einen besonderen Luxus, der mir in meiner Heimatstadt Aachen leider nicht gewährt werden kann, da wir schlicht und ergreifend kein Wasser in der Stadt haben. Das Zimmer ist modern aber zugleich zeitlos gestaltet. Ich gehe davon aus, dass die Einrichtung des Zimmers auch in zehn Jahren noch als gut bewertet werden wird. Das Zimmer verfügt über ein großes Kingsize-Bett, einen Sessel und eine Arbeitsgelegenheit mit einem tatsächlich brauchbaren Stuhl. Das Badezimmer ist durch eine Glasscheibe vom Schlafbereich abgetrennt, die sich über einen Lamellenvorhang verschließen lässt. Für Reisende, die nicht alleine reisen, sei dies nur am Rande erwähnt. Für Menschen, die alleine reisen und schon immer mal von der Toilette auf den See schauen wollten, besteht die Möglichkeit hierzu. Ob der Blick aus der anderen Richtung genauso möglich ist oder durch die Verspiegelung der Scheiben unterbleibt, kann und will ich nicht beurteilen. Der Reinigungszustand des Zimmers und des Badezimmers ist der vorragend. Es besteht die Möglichkeit zur Kaffee- und Teezubereitung, da ein Wasserkocher auf dem Zimmer vorhanden ist. Das Frühstück und das Abendessen, welche ich in Form des Roomservices wahrgenommen habe, sind sehr ordentlich. Die Auswahl ist gut und die Qualität der Speisen ebenfalls. Für die Läufer unter uns sei erwähnt, dass das Hotel fertige Laufrouten bereithält, die wirklich schön sind. Ich habe zum ersten Mal den Schlosspark in Wolfsburg gesehen und auch das dazugehörige Schloss war mir neu. Das gleiche gilt für den vor dem Hotel liegenden See, der eine Runde von etwa 2,6 km ermöglicht. Eine Übernachtung im Courtyard by Marriott Wolfsburg gibt es ab etwa 130 € pro Nacht. Hierfür übernachtet man in einem ordentlichen Hotel mit gutem Service in toller Lage.
Ein wunderschöner Seeblick, an einem Ort, an dem man nicht damit rechnet