Das Hampton by Hilton Aachen befindet sich etwas außerhalb der Innenstadt, auf einem Gelände an dem früher das berühmte Aachener Tivoli, das Fußballstadion der Mannschaft Alemannia Aachen stand. Hier wurden glorreiche Geschichten geschrieben, bis der Verein entschied, wenige 100 Meter weiter ein neues Stadion zu bauen und seitdem an alte Erfolge nicht mehr anknüpfen kann. Damit ist auf dem ehemaligen Gelände des alten Stadions Platz frei gemacht worden um zu Bauen. Neben einigen Wohnhäusern und Geschäftsgebäuden ist auch das Hampton by Hilton entstanden.
Eine einfache, aber renommierte Hotelkette hat also nun ein Haus in Aachen, direkt neben einem wunderschönen 4. Liga Stadion.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich durchaus als aufwendig, da es keine direkte Busverbindung vom Aachener Hauptbahnhof bis zum Hotel gibt. Die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in fremden Städten wird in der Regel kompliziert, wenn umsteigen notwendig ist und die digitalen Informationen nur schwer verfügbar sind, beides ist in Aachen leider der Fall. Mit dem Auto entgegen ist die Anreise zum Hotel sehr unproblematisch, da das Hotel an einem Autobahnzubringer liegt. Die Fahrt zur Tiefgarage allerdings führt über Ecken durch ein Wohngebiet.
Mein Check-in ist wie eigentlich in allen Hampton Hotels: Da die Mitarbeiter neben der Rezeption auch noch andere Aufgaben haben, wie zum Beispiel die Betreuung der Bar, geht alles manchmal ein wenig hektisch zu. Das Konzept von Hampton, moderne Jugendherbergen zu bauen und mit relativ wenig Personal zu betreiben, macht sich natürlich an allen Ecken bemerkbar. Die Durchoptimierung des Personalschlüssels bringt mit Sicherheit ein Kostenvorteil, die Verbesserung der Servicequalität wird aber mit Sicherheit so nicht erreicht. Nachdem Check-In mache ich mich schnell auf dem Weg ins Zimmer, da ich einen eiligen Auswärtstermin habe und mich noch umziehen muss.
Nach einem relativ langen Marsch durch die Hotelflure erreiche ich meine Schlafgelegenheit für diese Nacht: Ein Zimmer wie in jedem anderen Hampton by Hilton auch. Bei Hampton by Hilton gilt: „Kennst du eine kennst du alle“, derselbe Waschtisch in jeder Stadt, die gleiche Dusche und die gleichen Betten. Diese sind übrigens trotz ihrer schönen Optik für meinen Rücken Gift und ich habe noch in keinem Hampton by Hilton gut geschlafen. Dafür sind mir die Betten einfach viel zu hart. Es gibt wie in jedem anderen Hampton by Hilton einen kleinen Arbeitsplatz, einen Wasserkocher für die Kaffee und Tee Zubereitung und in meinem Zimmer einen kleinen Sessel mit Beistelltisch. Als ich am späten Abend von meinem letzten Termin zurückkehre und mich Dusche, stelle ich fest, dass in dem kleinen Flurbereich in meinem Zimmer, eine ganze Menge Haare liegen, die definitiv nicht von mir sind. Ich bin aber bereits bettfertig und habe nun wirklich auf viele Dinge Lust, aber nicht auf einen Zimmerwechsel mitten in der Nacht. Schlechte Reinigung hat aus meiner Sicht immer drei mögliche Gründe: Erstens: Der Innenarchitekt hat die Zimmer so konzipiert, dass sie einfach unmöglich in kurzer Zeit zu reinigen sind, viele Gimmicks, außergewöhnliche Bodenbeläge oder viele Ecken. Zweitens: Das Reinigungspersonal hat ein viel zu kurzes Zeitfenster, um eine ordentliche Reinigung überhaupt gewährleisten zu können oder es findet sich einfach nicht ausreichend Personal zu den gewünschten Konditionen. Drittens: Die Person, die die Zimmer für neue Gäste freigibt, ist vollständig eingespart worden oder hat noch so viele andere Aufgaben, dass sie nur ein Bruchteil der Zimmer wirklich überprüfen kann. Alle drei Möglichkeiten führen aber zu schlechten Reinigungsergebnissen.
Aufgrund der Kostenstruktur in einem Hampton, kann ich mir vorstellen, dass bis auf die baulichen Komponente, hier alles zusammen kommt.
Das Hotel verfügt über einen kleinen Fitnessbereich, der das Nötigste für ein kurzes Training bietet. Beim Frühstück am nächsten Morgen trifft mich der Schlag: vor der Kaffeemaschine warten etwa 20 Personen darauf, dass Sie sich einen Kaffee nehmen können, das Buffet ist halbleer und sieht völlig abgekämpft aus. Der Gäste Raum ist brechend voll und in diesem ganzen Trubel flitzen drei Mitarbeiter herum, die versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Da das Frühstück im Hampton Hotels ohnehin nicht besonders gut ist, entscheide ich mich auf dieses Chaos zu verzichten und checke ohne Frühstück aus dem Hotel aus. Ich glaube das Hampton by Hilton in Aachen war das Hampton, dass ich benötigt habe, um für mich zu entscheiden, dass diese Marke des Hilton Konzerns und ich einfach nicht zusammenpassen. Für 20 € mehr hätte ich in der gleichen Nacht im Quellenhof Aachen schlafen können, 5 Sterne mit einem außergewöhnlich Spa-Bereich. Aufgrund des Rewards Programms habe ich mich fälschlicherweise aber für das falsche Hotel entschieden. Mein Fazit: Eine Übernachtung im Hampton by Hilton in Aachen gibt es ab etwa 75 € pro Nacht. In den meisten Fällen liegt die Rate aber rund um 100 €, zuzüglich parken. Das Haus ist relativ neu, hat aber bereits erste Abnutzungserscheinungen. Die Reinigungsleistung in meinem Zimmer war nicht gut.