Hilton mit Jugendherbergskonzept

In der Nähe der Kieler Innenstadt ist seit kurzem ein Hampton by Hilton verfügbar. In Kiel ist die Hotelsituation für eine Landeshauptstadt außergewöhnlich mau: Relativ wenige Hotelketten betreiben hier Häuser, so dass insbesondere Mitglieder von Bonus- oder Rewardsprogrammen wenige Möglichkeiten haben, heißbegehrte Punkte zu sammeln. Hampton by Hilton ist ein Konzepthotel, das viele Hotelserviceleistungen faktisch außeracht lässt und relativ einfache, aber schicke Zimmer anbietet. Im Prinzip ist es ein ähnliches Hotel wie Ibis vor vielen Jahren einmal gestartet hat. Es gibt keine eigenen Restaurants lediglich das Frühstück wird angeboten, abends an der Bar gibt es eine Mini-Karte, die Pizza offeriert. Mein Aufenthalt im Hampton Kiel am zweiten Tag nach der Eröffnung war nicht perfekt, dafür aber sehr aufregend: Die Hoteltiefgarage war vermutlich noch nicht fertig, sodass ich nach mehreren verzweifelten Versuchen, die Tiefgarage zu finden, aus dem Auto im Hotel anrief, um nach der Einfahrt zu fragen. Mir wurde mitgeteilt, dass es noch keine Parkmöglichkeiten gibt und ich auf dem gegenüberliegenden Markt parken könne, dort mein Auto aber bis morgens um 5 Uhr wieder wegstellen müsse, da am nächsten Tag Markt sei. Keine wirklich gute Option, daher empfahl man mir das Parkhaus des Einkaufscenters was etwa 400 m entfernt liegt. Mit etwas Glück habe ich einen Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite gefunden, was mir den langen Fußmarsch mit Gepäck zumindest ersparte. Im Hotel angekommen, bewunderte ich zuerst die große und gemütlich wirkende Lobby, die optisch den anderen mir bekannten Hampton Hotels sehr ähnelt. Der Check-In dauerte etwas länger. Dies lag wohl an der erst kürzlich erfolgten Neueröffnung und war für mich daher kein großes Problem. Nach einer langen Fahrt und einem langen Tag war ich wirklich froh auf meinem Zimmer angekommen zu sein. Nach etwa 6 Minuten bemerkte ich, wie jemand eine Hotelkarte in meine Tür steckte und die Tür öffnete. Vor mir stand ein sympathischer Herr, den ich verwundert anschaute und fragte, was er in meinem Zimmer mache. Er antwortete mir, dass er dieses Zimmer an der Rezeption erhalten habe, da er mit seinem ursprünglichen Zimmer nicht zufrieden gewesen sei. Ich bat ihn freundlich, aber bestimmt mein Zimmer zu verlassen, da dies mein Zimmer sei. Wir glichen die handgeschriebenen Umschläge, die heutzutage mit der zimmerkarte ausgegeben werden, ab und stellten fest, dass wir beide das gleiche Zimmer hatten. Als ich danach noch in die Bar ging, um etwas zu essen, stand der Herr etwas verzweifelt an der Rezeption und versuchte die Situation aufzuklären. Ich gesellte mich kurz dazu und teilte der Rezeption mit, dass die doppelte Vergabe eines Zimmers ein absolutes No-Go ist und dass wir alle froh sein können, dass das nicht mitten in der Nacht passiert ist. Während ich in der Bar eine Pizza bestellte, gesellte sich der Mann zu mir, der auf ein neues Zimmer wartet. Wir tauschten uns kurz aus. Er hatte in seinem Zimmer wohl Probleme mit der Wassertemperatur und wollte gerne ein anderes Zimmer haben, was dann zu dieser tragischen Verwechslung führte. Nach etwa 15 Minuten erhielt er ein neues Zimmer. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber nach diesem Fiasko hätte der Mann eigentlich umsonst dort schlafen müssen. Meine Pizza war mittelmäßige Convenience-Ware. Mehr hatte ich aber auch nicht erwartet. Das Hampton Konzept sieht keine ordentliche Küche vor, sondern lediglich Produkte, die kurz aufgewärmt werden müssen.

Das Zimmer, in dem ich übernachtete, war ein typisches Hampton Zimmer: Kleines Sofa, kleine Schreibgelegenheit und ein Badezimmer, das wirklich exakt so aussieht, wie in allen anderen Hamptons. Den Schlafkomfort in Hampton Hotels empfinde ich als nicht so gut. Mir sind die Matratzen viel zu hart. Ich nehme mir immer wieder vor nicht mehr in Hampton Hotels zu schlafen, lustigerweise lande ich dann doch häufig wieder dort. Das Frühstück ist auch wie in jedem anderen Hampton Hotel ausgelegt: Spektakulär finde ich den Waffelautomat, mit dem man sich selbst eine frische Waffel zubereiten kann. Alles andere ist mittelmäßig, für den Preis aber völlig in Ordnung. Beim Check-Out war die Erstellung der Rechnung nicht ganz unproblematisch. Es dauerte einfach alles zu lange. Ich hoffe, dass insbesondere die Serviceabläufe in dem Haus sich mit der Zeit etwas einspielen. Dann hat Kiel zumindest ein Haus einer großen Kette dazugewonnen, in dem man für kleines Geld übernachten kann. Mein Fazit: Ein schönes Gebäude in B-Lage beherbergt das Hampton by Hilton in Kiel, in dem man für etwa 80 € pro Nacht übernachten kann. Die Zimmer sind einfach aber sauber, das Frühstück ist mittelmäßig und seinen Preis wert und der Service wird sich sicherlich noch verbessern.

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