Reich und Sexy. Das andere Berlin

Nachdem das große Sofitel am Kudamm in Berlin in ein Dorinthotel umgewandelt wurde, bleibt als erste Adresse der Accorhotels in Berlin das SO/ oder wie sich das Haus selbst nennt: „das Stue“. Preislich eine ganze Ecke über dem ehemaligen Sofitel am Kudamm und dem Sofitel in Hamburg, verspricht das Hotel aber nach Blick auf die Bilder im Internet, einen besonderen Aufenthalt. Die Anreise mit dem PKW ist problemlos möglich, vor dem Haus befinden sich einige öffentliche Parkplätze und ein Parkservice wird ebenfalls angeboten. Das Haus befindet sich direkt am zoologischen Garten, der Eintritt ist im Zimmerpreis bereits enthalten. Mit dem Tiergarten vor der Nase, befindet man sich in direkter Nähe zum Brandenburger Tor und etwa 1200 Meter vom Regierungsviertel entfernt. Bei Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind ein paar Meter zu Fuß zu bewältigen.

Beim Betreten des Hauses wird einem sofort klar, dass man sich in einem besonderen Hotel befindet. Ein großer hölzerner Krokodilkopf empfängt den Gast in einem Raum der links und rechts von einer edlen Steintreppe geziert wird. An der Decke befindet sich eine riesige Lichtinstallation, die einfach nur toll aussieht. Für den Check-In stehen für den Gast Sessel zur Verfügung, sodass dieser Vorgang im Sitzen durchgeführt werden kann, was ich tatsächlich als sehr angenehm empfunden habe. Die Begrüßung war fast schon familiär, allerdings mit einer freundlichen Achtung für den Gast. Mein Zimmer der sogenannten Embassy Kategorie empfand ich als wirklich beeindruckend. Die Lichts-, Klima- und Musiksteuerung geschieht über Berührungsinstrumente, die an verschiedenen Stellen im Zimmer verbaut sind. Das Zimmer hat sehr hohe Decken und ist unglaublich modern und elegant eingerichtet. Das offene Badezimmer lässt sich durch eine Schiebewand vom Schlafbereich abtrennen. Eine separate Toilette gestattet etwas mehr Privatsphäre. Im Zimmer wird deutlich, dass es der Anspruch dieses Hauses ist, zu den besten Hotels in Berlin zu gehören. Es ist eins der schönsten Hotelzimmer, die ich bis heute gesehen habe – und ich habe wirklich viele gesehen. Die Mischung aus Praktikabilität und dieser endlosen Eleganz hat mich schwer beeindruckt. Über Sauberkeit muss man in dieser Klasse glücklicherweise nicht viel Schreiben. Die Reinigungsqualität war hervoragend.

Da mein Aufenthalt während der Coronapandemie stattgefunden hat, stand der Spa- und Fitnessbereich leider nicht zur Verfügung. Auch die Bar und das Sternerestaurant waren geschlossen. Lediglich ein kleines Restaurant im Haus war geöffnet. Hier gab es eine kleine aber feine Speisekarte, die meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat. Zwar haben mir die spanischen Kroketten gut geschmeckt, bei meiner darauffolgenden Hauptspeise hätte ich mir ein wenig mehr Spektakel erhofft. Auch dauerte die Zubereitung wirklich lange. ich vermute, dass die Besetzung reduziert wurde, aber an diesem Tag relativ viele Gäste im Hause waren.

Die Nacht in diesem tollen Zimmer habe ich hervorragend verbracht und in dem großen Bett sehr gut geschlafen. Das Frühstück fand ausschließlich à la carte statt, was ich persönlich sehr gerne mag: weniger Lebensmittelverschwendung, vernünftige Portionsgrößen und frische Speisen (zumindest muss der Schinken nicht fünf Stunden an der Luft liegen). Ich habe hier das erste Mal in einem Hotel in Deutschland meinen Crepes so zubereitet bekommen, wie ich ihn am liebsten mag: Nach baltischer Art, mit Lachs, Kräutern und Frischkäse. Und das in einer Qualität, die ich zu Hause nicht nachkochen kann. Nachdem ich vom Abendessen etwas enttäuscht war, hat das Frühstück mich wirklich umgehauen. Alles was ich mir gewünscht habe, gab es und es wurde mir frisch zubereitet am Tisch serviert.

Das Hotel eignet sich aufgrund seiner Lage für Alle, die beruflich im Regierungsviertel oder bei Botschaften zu tun haben, für Touristen, die die Sehenswürdigkeiten Berlins fußläufig erreichen wollen, für Geschäftsreisende, die morgens gerne eine Runde laufen gehen wollen und für Alle, die im Anschluss gerne den Zoo besuchen möchten.

Mein Fazit: Das SO/ Stue in Berlin ist ein spektakuläres Hotel. Es grenzt sich nicht nur durch seinen Preis, sondern auch durch die wirklich tollen Zimmer und das spektakuläre Frühstück von den meisten anderen Hotels in der Stadt klar ab. Hervorragender Service, tolle Zimmer und weltklasse Frühstück haben aber auch ihren Preis. Eine Übernachtung gibt es ab etwa 250 € pro Zimmer. Das Parken kommt mit 40 € noch dazu.

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