Ganze vier Moxy Hotels gibt es in Frankfurt am Main. Für meinen Aufenthalt im März 2021 habe ich mir das Moxy Frankfurt City Center ausgesucht, welches mitten in der Stadt liegt. Die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut, die Anreise mit dem Auto unproblematisch, wenn man sich am Großstadtverkehr nicht stört. Das Moxy Frankfurt City Center ist, wie es im Moment anscheinend üblich ist, in einer Koproduktion mit einem Residence Inn Hotel entstanden, welches ebenfalls zum Marriott Konzern gehört. Diese Doppel- Hotelbauten erlebe ich in letzter Zeit immer häufiger. Vermutlich kann man hierbei den einen oder anderen Euro sparen und potenziellen Kunden an einem Fleck verschiedene Hotelkategorien anbieten. Das Moxy Konzept ist vergleichbar mit dem Konzept der Hampton und Melia Hotels, Ibis Styles oder Holiday Inn Express in der modernen Variante. Einfache, kleine Zimmer, die urban gestylt sind, coole Bars und kleine lustige Arrangements. So erinnern die Auskleidung des Aufzugs im Moxy Frankfurt City Center durch eine Goldbarrentapete und eine abgebildete Festnahmesituationen ein wenig an die glorreichen Zeiten des Verbrechens. Der Check-In bei Moxy erfolgt nicht an der Rezeption sondern an der Bar. Dies ist anders als üblich, kann aber durchaus Sinn machen, wenn nicht zu viel Andrang da ist. Die Begrüßung erfolgt, wie bei diesen modernen, urbanen Hotels üblich, mit einem freundlichen „du“ und einer zügigen und schnörkellosen Bearbeitung. Für herzliche Begrüßung bleibt keine Zeit. Mein Zimmer in der siebten Etage bietet einen tollen Ausblick auf einen Teil der Frankfurter Skyline. Das ist besonders am Abend ein beeindruckendes Bild. Das Zimmer selbst beeindruckt dafür umso weniger: Das Kingsize-Bett ist groß, mir persönlich aber einen Tick zu hart. Die Sitzecke bietet Platz für genau meine Hinternbreite, mehr ist nicht vorgesehen. Einen Schreibtisch oder einen weiteren Stuhl gibt es in dieser Zimmerkategorie anscheinend nicht. Zum Glück habe ich bei der Buchung nach einer Kaffeemaschine gefragt, sodass zumindest der Kaffee nach dem Aufstehen gesichert ist. Eine Krupp-Maschine wird ihn mir zubereiten. An der Wand hängen, ein bisschen im Werkstatt-Style, diverse nützliche Utensilien: Ein kleiner Bistrotisch, ein Kofferständer und ein paar Kleiderbügel. Das Ganze erinnert eher an eine Umkleide in einer Werkstatt, als ein Hotel mitten in der Frankfurter Innenstadt. Das Badezimmer ist klein aber noch ausreichend. Lediglich die Dusche, die über keine eigene Duschtasse verfügt, sondern nur durch einen Vorhang vom Rest des Bades abgetrennt wird, finde ich nicht so toll und mein Eindruck der Umkleidekabine in einer Werkstatt ist damit vollkommen. Aufgebrochen wird dieses Gefühl von den pinken Pflegeprodukten, die in großen Einheiten an der Wand angebracht sind. Trotz Innenstadtlage ist es im Zimmer erstaunlich ruhig. Das Frühstück am kommenden Morgen findet ausschließlich in Selbstbedienung statt. Mit Tablett und Plastikhandschuhen bewaffnet, lade ich mein Frühstückstablett aus Regalen, die an hohe Kühlschränke aus dem Supermarkt erinnern, voll. Die angebotenen Speisen sind sehr einfach, Außergewöhnliches suche ich vergebens. Pfannekuchen, Spiegeleier, Bircher Müsli und Omelett steht nicht zur Auswahl. Fast alles ist portioniert und abgepackt, das mag Pluspunkte bei der Hygiene bringen, wirkt aber auch sehr einfach. Mit meinem Frühstückstablett bewaffnet fühle ich mich ein bisschen wie ein Schüler auf Klassenfahrt und bewege mich in der stylischen Bar, in der das Frühstück stattfindet, zu meinem Platz. Beim Frühstück blicke ich mich um und stelle fest, dass ich den Altersschnitt nach oben verschiebe und der einzige Hemdträger im Raum bin. Lustigerweise fühle ich mich in diesen jungen, urbanen Hotels immer ein wenig fehl am Platz. Übernachtet habe ich im Moxy Frankfurt für 82 € zuzüglich 15 € für den Parkplatz. Damit habe ich weniger als 100 € für eine Übernachtung in einem neuen Hotel in der Frankfurter Innenstadt ausgegeben. Das ist fast unschlagbar. Für eine Übernachtung ist das Zimmer völlig ausreichend. Wer gute Küche, ein tolles und außergewöhnliches Zimmer oder einfach eine gewisse Erwartungshaltung, hinsichtlich des Stils und der Ausstattung hat, ist im Moxy falsch. Wer günstig und zentral übernachten will und sich vom urbanen Lifestyle angezogen fühlt, kann hier aber für einen sensationellen Preis eine ordentliche Übernachtung mitten in Frankfurt bekommen.
Frühstück aus dem Kühlregal