Ufos vor der Tür und Kuscheltier am Bett

Das 25hours Hotel in Köln ist wohl eines der außergewöhnlichsten Hotelbauten der Stadt, wenn nicht sogar des Landes. Es erinnert von außen ein wenig an einen Bunker, ist aber gleichzeitig auch irgendwie elegant. Die runde Betonfassade wird von goldenen Fensterelementen unterbrochen. Vor dem Hoteleingang stehen kleine UFOs, die dem strengen und mächtigen Bau ein wenig die Ernsthaftigkeit nehmen. Die Hotellobby ist riesig und ist an den Außenkanten in mehrere Bereiche unterteilt. Es gibt einen kleinen Spielplatz für Kinder, ein Café, diverse Workspaces, eine Art Bibliothek, Sitzmöglichkeiten und einen kleinen Laden mit außergewöhnlichen Produkten.

Der Empfang im 25hours Hotel ist sehr persönlich und „jung“. Mit „jung“ meine ich, dass die übliche Distanz zwischen Mitarbeitern und Kunden in diesem Hotelpreissegment völlig überwunden wird. Vielleicht vergleichbar mit den Melia Hotels, wo eine legere Umgangssprache herrscht. Das Duzen ist obligatorisch. Für mich als Geschäftsreisender ist die Situation ungewohnt, ich komme aber damit gut zurecht. Der Check-In verläuft, wie bei allen Accorhotels, zügig und ohne Komplikationen. Die Fahrt mit dem Aufzug ins Zimmer ist tatsächlich ein Erlebnis: Die Aufzüge sind verspiegelt und mit Leuchtstreifen ausgestattet, was ein unfassbar tolles Bild ergibt. Für mich ist es einer der schönsten Orte des Hotels. Hier könnte ich stundenlang hoch- und runterfahren. Das Zimmer selbst besticht durch einen urbanen Chic, der im Ansatz doch auch ein wenig an Ikea erinnert. Die Farben sind dezent, das Bett ist gemütlich, das Badezimmer ausreichend groß und eine separate Toilette ist bei der offenen Bauart des Badezimmers auch nötig. Im Zimmer liegt allerhand Krimskrams herum, an dem man seine Freude findet: Ein Kuschelbär, diverse Bücher und andere Kleinigkeiten. Die Kaffeemaschine im Zimmer ist lediglich mit einem Tab ausgestattet, was ich als Kaffeeliebhaber sehr bedauernswert finde. Das Zimmer ist ordentlich gereinigt, aber nicht perfekt. Dies ist aber auch nicht verwunderlich, da durch die außergewöhnliche Bauart und die vielen Utensilien eine zügige Reinigung bei den heutigen Bedingungen für die Reinigungskräfte vermutlich nicht möglich ist. Auf der siebten Etage befindet sich die Hotelbar. Sie ist sehr stylisch gestaltet und vermutlich nicht nur für die Hotelbesucher eine trendige Anlaufadresse. Es gibt einen tollen Blick über die Stadt und allerhand exklusive Cocktails. Als ich vor Ort war, war die Hotelbar nicht stark besucht, was sie ein wenig kühl erschienen lies. Das Frühstück wird auf der anderen Seite des Hotels eingenommen, ebenfalls in der siebten Etage, dort wo abends das Restaurant ist. Das Frühstück ist eine Standardauswahl und unterscheidet sich nicht stark von einem Ibis oder Mercure Frühstück. Bei dieser Preisklasse hätte man auch ein wenig mehr erwarten dürfen. Das trendige Hotel ist kaum unter 100 € pro Nacht zu bekommen. Die Gäste, die ich sehe, sind klassischerweise stylische, urbane, junge Leute, die sich in dieser außergewöhnlichen Atmosphäre auch sichtlich wohlfühlen. Meine Wenigkeit, die beim nächsten runden Geburtstag eine 5 am Anfang stehen hat, fühlt sich in dieser Umgebung manchmal ein wenig fremd. Das 25hours Hotel in Köln ist aus meiner Sicht eine stylische Unterkunft in der Nähe der berühmt-berüchtigten Kölner Ringe, das allerdings einen Tick zu hochpreisig ist. Für wenige Euros mehr taucht man wenige hundert Meter weiter in die Welt eines Pullman Hotels ein, das einen völlig anderen Standard für fast den gleichen Preis bietet. Natürlich nicht so stylisch und urban, dafür aber mit deutlich mehr Komfort. Ich bin mir nicht sicher, ob die 25hours Hotels langfristig mit diesem Konzept die gewünschten Zahlen erreichen werden. Urbaner Chic, stylische Hotels und Mitarbeiter, die wie Kumpels auftreten, sind ein netter Weg, um junge Menschen anzuziehen. Für Geschäftsreisende, die immer noch einen großen Teil des Volumens ausmachen, bleiben Teile der Twenty five hours Hotels aber vermutlich skurrile Orte.

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