Schon aus der Ferne erkennt man das Radisson Hotel in Hamburg. Ein, für Hamburger Verhältnisse, unglaublich hohes Gebäude mit 26 Stockwerken erstreckt sich direkt am Botanischen Garten, dem „Planten und Blomen“ in den Himmel der Millionenmetropole.
Das Gebäude war zur Bauzeit in den 80er Jahren mit Sicherheit seiner Zeit voraus. Ob es Architekturliebhaber heute noch als ansehnlich betrachten, kann ich nicht beurteilen. Es erinnert mich, wie viele Wolkenkratzer, ein wenig an viele Gebäude in New York: Imposant aber nicht wirklich schön. Dennoch prägt es die Skyline von Hamburg.
Das Hotel selber ist ein typisches Radisson Hotel: Imposante und stillvolle Lobby mit modernem Interieur, ein großer Check Inn Bereich und eine hübsche Bar.
Auf den vielen Etagen des Hotels befinden sich Zimmer der verschiedensten Kategorien, deren Unterschied ich bei meinen etwa 5 Aufenthalten dort nicht immer begriffen habe. Vorab sei verraten, dass alle von mir genutzten Zimmer schön waren. Ob nun Standard- Premium oder Luxury- Kategorie, alle Zimmer bieten einen tollen Blick auf die Stadt, sicher ist die Seite zur Alster hin die etwas Ansehnlichere, aber auch der Blick in Richtung Flughafen hat seinen Reiz. Lediglich kleiner Mängel auf den Zimmern können im Einzelfall den exzellenten Auftritt des Hauses etwas schmälern. In einem Zimmer habe ich eine schräg montierte oder nicht gewartete Steckdose fotografiert.
Der Fitness- und Spabereich konnte von mir noch nicht ausprobiert werden, nur bei einem Aufenthalt wäre die Zeit dafür da gewesen, während diesem Aufenthalt waren allerdings unzählige UFC Kämpfer im Haus, denen ich meinen gealterten und nicht besonders gestählten Körper nicht zur Schau stellen wollte. Im Normalfall habe ich da wenig Sorgen, aber die geballte UFC war mir dann doch zu viel. An diesem Tage entschied ich mich für die legendäre Laufrunde um die Außenalster, die nach nur zwei Ampeln sehr gut zu erreichen ist und mit insgesamt dann etwas mehr als 8 Kilometern eine gute Alternative bot.
Die Zimmer sind tatsächlich unterschiedlich eingerichtet aber allesamt schön. Teilweise gibt es Bäder mit Glaswand, die Radisson- Pflegeprodukte finde ich spektakulär gut. Die Zimmer bieten die Möglichkeit zur Kaffezubereitung.
Das Parkhaus, dass derzeit (Januar 2021) saniert wird, war für große und breite Autos durchaus abenteuerlich. Viele teure 20 Zöller haben hier sicherlich Schäden davongetragen. Mit 25€ Parkgebühren am Tag ist es im üblichen Hamburger Rahmen.
Die öffentlichen Bereiche des Hotels sind allesamt perfekt in Schuss und wirken immer elegant und großzügig. Die Bar ist chic und bietet eine gute Auswahl um den Abend schön ausklingen zu lassen. Das Restaurant bietet italienische Küche, die mir persönlich nicht so zugesagt hat. Dies ist aber ausdrücklich Geschmackssache und meine Liebe zur italienischen Küche macht es mit Sicherheit dem ein- oder anderen Koch auch schwer.
Auch im Radisson Hamburg gibt es bei mir ein „Radisson- Problem“: Dieses Problem trifft auf alle mir bekannten Häuser zu: Der Service. Es ist komisch, wirklich schlecht läuft nichts. Fehlt etwas auf dem Zimmer genügt ein Anruf und wenige Minuten später ist es da. Die Mitarbeiter sind auch nicht unfreundlich, ich glaube es fehlt einfach Herzlichkeit. Und ich glaube, die Ursache hierfür ist die Größe der Häuser. In Messezeiten, wo täglich mehrere Hundert Gäste Ein- und auschecken, Wünsche und Anliegen haben, geht die Herzlichkeit für den Gast unter. Oder sogar verloren. Und das stört mich. Ich empfinde es einfach schöner, wenn ich mich in dem Haus, in dem ich schlafe auch Willkommen fühle. Das ist den mir bekannten Radissonhäusern leider noch nicht gelungen.