Das 25Hours Goldmann in Frankfurt
Ich habe schon mehrere Anläufe unternommen in einem 25hours Hotel zu übernachten. Diese „jugendliche“ Marke gehört zum Accor Konzern und bietet stylische Hotels in verschiedenen Großstädten an. Aus verschiedenen Gründen ist es nie zu einer Übernachtung gekommen. Nun stand ich also an der Rezeption des 25hours Goldman in Frankfurt. Die Suche nach dem Parkplatz war etwas beschwerlich, zur Entschuldigung des Hotels muss ich aber sagen, dass ich mich durchaus vorher hätte informieren können, dass sich der Parkplatz auf der anderen Seite der Straße in einer Toreinfahrt befindet. Nachdem ich, bedingt durch zwei rücksichtslose Parker, denen ich kleinere Autos empfehle, endlich mein Auto abgestellt habe, werde ich an der Rezeption freundlich begrüßt. Ich freue mich darüber dass ich mit mittlerweile 43 Jahren mit Vornamen angesprochen werde und bekomme kurze aber freundliche Instruktionen zum Hotel. Das Gebäude ist schon etwas älter wurde aber aufwändig renoviert. Der ganze Empfangsbereich ist modern und jugendlich. Ich glaube, ich bin an diesem Tag der einzige Mensch im Hotel, der einen Anzug trägt und fühle mich etwas fehl am Platz. Die freundliche Dame an der Rezeption gibt mir aber nicht das Gefühl ein Marsmensch zu sein, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Nachdem ich mein Zimmer geöffnet habe freue ich mich über ein wirklich stilvolles und verspieltes Zimmer. Die Minibar ist in meiner Zimmerkategorie L gratis inkludiert, eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher befinden sich auf dem Zimmer. Damit ist mein Morgenritual gerettet und ich freue mich auf einen guten Aufenthalt. Das Zimmer ist mit viel Stoff ausgekleidet und wirkt sehr sauber. Ich denken darüber nach, ob die Wände auch gesaugt werden und was wohl passiert, wenn ein Hotelgast seinen Kaffeebecher auf den Boden fallen lässt. Es muss viel Arbeit sein, dieses Zimmer sauber zu halten. Es wirkt auf mich gut gelungen, auch das Bad ist stylisch, sauber und trotzdem praktisch. Ich finde ein Buch und stöbere darin, weil es wirklich ein spannender Bildband mit tollen Geschichten ist. Ich muss noch ein wenig arbeiten und bin positiv überrascht, weil die WLAN-Verbindung wirklich gut ist. Da ist noch ans Auto muss, um ein paar Dinge zu holen verlasse ich mein Zimmer und kehre bald wieder zurück. Leider funktioniert jetzt meine Zimmerkarte nicht mehr. Ich versuche es mehrfach und entscheide mich irgendwann zur Rezeption zu gehen. Dort erhalte ich eine neue Karte mit der ich es erneut Versuche. Das alles benötigt ein wenig Zeit da der Aufzug des Hotels wirklich langsam ist. Auch der Versuch mit der neuen Karte funktioniert nicht. Diesmal nehme ich die Treppe und gehe die sieben Stockwerke zu Fuß herunter, das ist gut um den Kopf frei zu kriegen und geht auch deutlich schneller als mit dem Aufzug. Als ich an der Rezeption mitteile, dass auch die neue Karte nicht funktioniert, entscheidet sich die Dame mit zum Zimmer zu kommen. Wir versuchen gemeinsam die Tür zu öffnen, aber es gelingt nicht. Die Dame bittet mich ein wenig zu warten und verschwindet aus dem Hotelflur. Glücklicherweise befinde ich mich in einem der wohl aufregendsten Hotelflure der Welt: Überall hängen lustige kleine Bilder, Gedichte oder Sprüche so dass die Zeit schnell vergeht. Die Dame erscheint mit einem Laptop wieder und verbindet das elektronische Schloss mit dem Computer. Nach kurzer Zeit ist meine Zimmertür geöffnet. Ich frage nach ob das Schloss jetzt defekt bleibt und ich nach dem Verlassen das Zimmer nicht mehr betreten kann. Dies ist wohl leider der Fall was mir meine Laufrunde am Main am nächsten Morgen verhagelt. Ich schlafe gut in einem weichen und gemütlichen Bett und kann trotz ausgefallener Laufrunde meinen Aufenthalt durchaus genießen. Das Frühstück am nächsten Morgen ist durchwachsen. Die servierten Speisen sind von guter Qualität, der Cappucino fabelhaft, nur die Auswahl ist für den Preis mies. Ob das servieren am Tisch nun aufgrund der Coronabeschränkungen stattfindet, kann ich leider nicht herausfinden. Was mich allerdings auch Tage später noch beschäftigt ist, dass ich mich erstmals in diesem Hotel wirklich alt gefühlt habe. Die Umgebung wirkte so jung und großstädtisch, dass ich mir tatsächlich ein wenig fehl am Platz vorkam. Dies ist aber kein Versäumnis des Hotels sondern eher die Folge meiner Emotionen, die durch immer mehr graue Haare an meinem Kopf entstehen. Eine Nacht im Goldman 25hours Hotel ist ab etwa 100€ zu haben. In Messezeiten wird es deutlich mehr sein. Mein Fazit: Stylisch, jungendlich, etwas außerhalb der City und zu cool für mich.