Ein besonderer Wasserturm

Die meisten Hotels in Deutschland sehen zumindest äußerlich sehr ähnlich aus: Im Prinzip kann man die Großstadthotels in zwei Kategorien unterscheiden: Schöne, sanierte alte Gebäude oder Neubauten. Spektakuläre architektonische Meisterleistung sucht man in der Regel vergebens. Das Mövenpick in Hamburg stellt hier eine absolute Ausnahme dar. In einem ehemaligen Wasserturm wurde mit viel Aufwand im Baujahr 2007 ein aufsehenerregendes Hotel geschaffen. Aus einem Wasserturm, Baujahr 1910 ein Hotel zu machen, das ist schon ein Unterfangen. Schon die Fahrt zur Lobby auf einem Transportband ist ein Erlebnis. Begleitet von Wassertropfen aus Lautsprechern und Blaulichtanimation an der Wand und Bildern der diversen Bauphasen wird einem klar, dass man hier ein besonderes Gebäude betritt. Innerhalb des Gebäudes gibt es viele Stellen und Ecken, an denen man den Ursprungszustand des Gebäudes erahnen kann. Die Begrüßung durch das junge Team der Rezeption war bei allen meinen Aufenthalten im Hotel freundlich und professionell. Ich fand, dass es eine gute Balance, zwischen einem selbstbewussten Auftreten für die eigene Marke einerseits und auf der anderen Seite einem offenen willkommen Bild dem Gast gegenüber, gab. Die Mitarbeiter des Mövenpick Hamburg sind sich augenscheinlich darüber im Klaren, dass Gäste auch andere Hotels wählen könnten, ohne sich dabei zu sehr zu verbeugen. Daher begrüßen Sie die Gäste mit einer wirklich freundlichen, selbstbewussten Herzlichkeit. Ich habe im Mövenpick Hamburg zwei Zimmerkategorien kennenlernen können: Die sogenannte „Sleep Kategorie“ die über härtenverstellbare Betten verfügt und eine Junior Suite. Die Übernachtung in der Zimmerkategorie „Sleep“ war wirklich gut und ich hatte einen tollen Schlaf. Nach langer Zeit war ich wieder ohne Rückenschmerzen aufgewacht. Die Zimmer der „Sleep Kategorie“  sind nicht riesengroß, aber sie sind ausreichend und der Preis ist völlig angemessen. Die Junior Suite empfand ich als spektakulär: Aus der 15. Etage kann man in einem großen Zimmer mit Badewanne einen schönen Blick über den Hamburger Schanzenpark genießen. In der Kategorie Junior Suite ist die Minibar inkludiert, was nicht dazu führt, dass man Unmengen konsumiert, aber es ist trotzdem ein schönes „Giveaway“, das das Hotel preislich verschmerzen kann. Das Zimmer war perfekt gereinigt und ich konnte an keiner Stelle Nachlässigkeiten feststellen. Das Badezimmer ist wunderschön hergerichtet, lediglich die Waschbecken im Mövenpick Hotels liegen mir persönlich nicht so, da ich nicht in der Lage bin, mich dort zu waschen und zu rasieren, ohne das Badezimmer dabei zu verschmutzen, was mir immer sehr leidtut. Da ich zu Coronazeiten ungerne im Restaurant esse, habe ich mir in beiden Fällen Essen auf das Zimmer bestellt. Auch die Qualität des Essens im Roomservice ist sehr gut, wenngleich ich davon ausgehe, dass es sich um Convenience-Food handelt. Dennoch bin ich in beiden Fällen satt geworden und habe die leckeren Schweizer Rösti und einmal Nudeln mit Pesto wirklich genossen. Das Mövenpick Hotel Hamburg verfügt neben Tagungsräumen auch über schöne Saunen und einen Fitnessbereich. Es stehen zwei verschiedene Saunen zur Auswahl und es gibt eine ausreichend große Ruhezone und Umkleidemöglichkeiten. Der Fitnessbereich ist nicht besonders großzügig ausgestattet, ist aber aufgrund seines Ambientes wirklich aufregend. Auch während meiner 40 Minuten auf dem Laufband habe ich mich an der spektakulären Architektur erfreut. Gratis Wasser und frisch riechende Handtücher sowie Desinfektionsmittel im Übermaß runden das gute Angebot ab. Das Frühstück ist typisch Mövenpick: Große Auswahl, gute Qualität der Waren, tolle Croissants, leckere Pfannekuchen und genug Käse- und Wurstauswahl. Im Hotel befindet sich ein kleiner Shop, in dem man Getränke und Snacks nachkaufen kann, falls die Minibar nicht ausreichend sein sollte. Die Parkplätze in der Tiefgarage sind für die Autos der heutigen Generation etwas zu eng gestaltet. Beim Check-out wurde ich gefragt, ob mein Aufenthalt angenehm war, was mich immer sehr freut. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit und ein guter Weg, um herauszufinden wo Optimierungspotenzial im Hotel vorherrscht. Dennoch nutzen erstaunlich wenige Hotels diese Möglichkeit des direkten Feedbacks ihrer Gäste. Vielleicht sollten sie dies häufiger tun, damit Gäste vor allem ihre negativen Erfahrungen direkt los werden können und sie nicht erst im Internet publizieren müssen. Ich hatte bei meinen letzten beiden Aufenthalten im Hotel nun wirklich gar nichts zu beanstanden, sondern war der festen Überzeugung, dass die Leistung und der Preis hervorragend zusammenpassen. Ich habe gut geschlafen, gut gegessen und das Gefühl eine erholsame und produktive Zeit dort verbracht zu haben. Ich kenne nun einige Hamburger Hotels und finde, dass das Mövenpick zu den fünf besten Hotels der Stadt gehört.

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